Veranstaltungen & Konzerte

Aeham Ahmad und Josiane Wahmhoff
„Und die Vögel werden singen“

Konzert und Lesung

Donnerstag, 05. Mai 2022 um 19 Uhr, MARLEEN

Aeham Ahmad

Als der Krieg ganze syrische Städte in Schutt und Asche legte, zog der palästinensische Pianist Aeham Ahmad sein Klavier in die Trümmer des Viertels Yarmouk (Damaskus) und spielte für die Menschen. Ein kleines YouToube-Video ging um die Welt und machte ihn zum „Pianist aus den Trümmern“. Doch die Situation wurde immer schwieriger. Ahmad gelang die gefährliche Flucht nach Deutschland und der Zufall führte ihn nach Wiesbaden. Hier begann für die Familie ein neues Leben – und Ahmad startete seine Weltkarriere.
Seine Lebensgeschichte hat er niedergeschrieben und damit ein ergreifendes Zeitdokument geschaffen. „Und die Vögel werden singen“ heißt seine Autobiografie, aus der Auszüge gelesen werden.

An diesem Abend spielt Aeham Ahmad zusammen mit Josiane Wahmhoff. Während die Konzertpianistin klassische Stücke wie Bach und Beethoven spielen wird, präsentiert Ahmad seine Kompositionen. Daraus ergibt sich ein einzigartiges, neues Musikerlebnis.

Josiane Wahmhoff

„Mit großer Sympathie füreinander erarbeite ich mit dem syrischen Musiker Aeham Ahmad das Musikprojekt „Fremde Heimat“. In unserer musikalischen Zusammenarbeit verschmilzt die notengetreue Interpretation der klassischen Klaviermusik mit orientalischer gesanglicher Improvisation. Ab Herbst 2022 werden wir in Bonn und anderen Städten Deutschlands mit unserem Programm auftreten. Wir wollen damit auch auf die nach wie vor existierende humanitäre Krise von Flucht und Vertreibung hinweisen.“ (Josiane Wamhoff)

Aeham Ahmad und Josiane Wahmhoff


Kartenpreise 18,- Euro (Mitglieder 15,- Euro).

Ticketbestellung: 0611.303456 oder unter info@theatergemeinde-wiesbaden.de


KULTURZENTRUM MARLEEN
Spielstätte im Lilien-Carré am Hauptbahnhof. Alle Infos finden Sie hier


Picknick-Matinee am Schiller

Boogie-Woogie, Blues und Balladen

Sonntag, 24. Juli 2022 um 11.00 Uhr, Warmer Damm am Schillerdenkmal

Dieses Jahr lassen wir die Spielzeit wieder mit einer musikalischen Matinee ausklingen. Unsere Gäste sind diesmal Alexander von Wangenheim, bekannt als Wiesbadens Boogie-Baron und Arne Moos, der bereits bei den letzten Matineen für schnelle Rythmen sorgte. Naomi Kraft wird dazu den Park mit ihrem einzigartigen Gesang erfüllen. Lassen Sie sich überraschen, welche weiteren Gäste die Vollblut-Musiker für Sie noch mitbringen werden. Eins ist gewiss: großartige Stimmung und gute Laune sind garantiert!

Picknick im Park

Machen Sie es sich gemütlich! Packen Sie sich einen feinen Picknickkorb, eine Decke und genießen Sie einen unvergleichlichen Sommertag im Park – für gute Musik sorgen wir.

Wer gerne einen Sitzplatz möchte, sollte frühzeitig da sein.

Bitte beachten Sie: Der Eintritt ist frei, im Anschluß an die Veranstaltung wird der Hut rumgehen


Lesung

Zusatztermin: 25. Juni 2022 Wartburg
Nachbarn. Bahnhofstraße 44/46

Briefe und Schicksal zweier Familien in Wiesbaden während des 2.Weltkriegs
Sonntag, 27. März 2022 um 11.00 Uhr im Foyer

In einem Mehrfamilienhaus in Wiesbaden leben zwei sehr unterschiedliche Familien als Nachbarn nebeneinander. Auf der einen Seite die „arische“ Familie Moos aus bürgerlichen Verhältnissen, die lange Zeit mit Geldsorgen zu kämpfen haben. Heinrich Moos wird früh NSDAP-Mitglied, später zum überzeugten Anhänger Hitlers, und bleibt zugleich ein liebender Vater und Ehemann. Auf der anderen Seite die jüdische Familie Strauss, wohlhabende Weinhändler, denen die rechte Hälfte des Doppelhauses, die Bahnhofstraße 46 gehört.

Zwei Kinder der Familie Strauss sind 1939 emigriert, um dem Naziregime zu entgehen

Von beiden Familien ist ein umfangreicher Briefwechsel erhalten, der eine gleichzeitige Sicht zulässt auf Kriegsgeschehen und nationalsozialistische Überzeugungen einerseits und Unterdrückung, Verfolgung und Deportation andererseits. Das Haus der Familie Strauss wird 1940 von der Gestapo zum „Judenhaus“ erklärt.

Bahnhofstraße 44/46. Foto: Vero Moos
Ausgrenzung und Demütigung

Die Briefe, welche die Eltern an ihren Sohn schreiben, erzählen vom Alltag und Leben im Judenhaus und zugleich von der zunehmenden Ausgrenzung und von Demütigungen. Die Briefe des Sohnes berichten von den Lebensbedingungen der Emigranten in Bolivien. Die Tochter Käte ist über England in die USA emigriert, sie überlebt dort den Nationalsozialismus. Die Tochter Beatrice wird im November 1941 nach Minsk deportiert, die Eltern Hedwig und Sebald dann im September 1942 nach Theresienstadt. Briefe der Schwester Käte an Alfred ab 1943 geben Aufschluss über das Schicksal der Eltern nach der Deportation. Weder die Eltern noch die Schwester Beatrice überleben den Holocaust.

Der Briefwechsel der Eheleute Moos, die etwa im Alter der Kinder Strauss sind, beginnt kurz vor Kriegsausbruch und erstreckt sich bis zum Kriegsende. Heinrich Moos war 1939 zunächst ohne die Familie (aus dem Schwarzwald) nach Wiesbaden gezogen. Von April 1940 an lebte die Familie Moos gemeinsam in der Bahnhofstraße 44, bis Heinrich im Juni 1940 nach Frankreich eingezogen wurde. Ihr Briefwechsel zeigt einen überzeugten Nationalsozialisten, welcher von der Propagandamaschinerie vollkommen vereinnahmt wird und der sich immer wieder zu Hasstiraden gegen das „Judenpack“ hinreißen lässt, zugleich jedoch ein treusorgender Familienvater ist. Seine Ehefrau, aus sehr christlichem Elternhaus stammend, geht in ihren Antworten niemals auf diese Äußerungen ein, sondern berichtet über den Kriegsalltag in Wiesbaden, Versorgungsengpässe und die Sorge um die Kinder.

Übereinstimmend beschreiben die Briefe beider Familien die Sehnsucht nach den Angehörigen, verbunden mit den Ängsten, ob man sich wohl jemals wiedersehen wird.

Die Enkelin begibt sich auf die Reise in die Vergangenheit

Veronika Moos, Enkelin von Heinrich Moos, ist durch Zufall auf die umfangreiche Briefsammlung der Familie Strauss gestoßen. Straussens waren ihr aus alten Erzählungen bekannt. Das dramatische Ausmaß ihres Familienschicksals offenbarte sich erst durch die Briefe.

Veronika Moos hat die Briefe der beiden Familien eindrucksvoll gegenübergestellt und mit Bildmaterial und Informationen versehen. Somit ergibt sich ein einzigartiges Zeitdokument, das unterschiedlicher kaum sein könnte.

Briefe verschiedener Schicksale

Der erste Teil des Buches „Nachbarn. Bahnhofstraße 44/46″“ umfasst die Zeit von Januar 1939 bis Mai 1940, bei der Familie Strauss die Briefe des Sohnes Alfred aus Bolivien und die der Eltern, bei der Familie Moos die Briefe bis zum Umzug der ganzen Familie nach Wiesbaden. Der zweite Teil beginnt im Mai 1940 und endet im Dezember 1941. Bei der Familie Strauss setzt der Briefwechsel mit der Ankunft der Tochter Käte in den USA ein, bei der Familie Moos umfasst er den Militärdienst von Vater Heinrich.

Im dritten Teil wird das Schicksal der Familienmitglieder bis Kriegsende und in der Nachkriegszeit anhand einzelner Briefe ab Februar 1942 beleuchtet. Es wird die Deportation der Wiesbadener Juden behandelt, im Besonderen der Bewohner des „Judenhauses“ in der Bahnhofstraße 46. Außerdem wird auf die Rückkehr von Alfred Strauss aus der Emigration nach Wiesbaden und die Entnazifizierung von Heinrich Moos eingegangen.

»Nachbarn. Bahnhofstraße 44/46« erscheint im
im Römerweg Verlag in Wiesbaden.

Weinreise am Rhein entlang

Montag, 30.05.2022 um 19.00 Uhr
Weinod Vinothek, Obere Webergasse 50
Entdecken Sie bei dieser Weinverkostung unbekannte deutsche Schätze von
Lindau bis Koblenz. Marco Müller, Besitzer des Weinods, präsentiert ihre
Geschichten mit viel Kompetenz und Humor.

Anmeldung erforderlich: 0611.304356

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