Veranstaltungen

Fast Faust

Schauspiel zwischen Klassik und Komik von Albert Frank

Dienstag, 05. Oktober 2021, 19.00 Uhr, MARLEEN

Hinreißende Komödie von Albert Frank nach Johann Wolfgang von Goethe.
„Faust“ ist eigentlich ein Klassiker mit 57 Rollen. Doch die beiden Möchtegern-Schauspieler bringen das große Stück mit kleinem Bühnenbild, minimaler Technik und Riesenleidenschaft zu zweit auf die Bühne. Ein Heidenspaß für die Zuschauer!

Im Sommer begeisterte die Produktion die Zuschauer auf der Taunusbühne Burg Hohenstein. Jetzt sind sie zu Gast in Wiesbaden.

Eintritt frei, gegen Spende. Eine Anmeldung bei der Theatergemeinde ist erforderlich


KULTURZENTRUM MARLEEN
Spielstätte im Lilien-Carré am Hauptbahnhof


Mittwoch, 06. Oktober 2021, 19.00 Uhr, MARLEEN

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen

Lesung mit Stephan Bieker

„Deutschland“. Ein Wintermärchen“ ist eines der ganz großen Werke der deutschen Literatur. Heine emigrierte 1831 nach Frankreich, seine Schriften wurden immer wieder verboten. Seine Unzufriedenheit über das konservative Deutschland der Restaurationszeit beschreibt er in seinem Versepos.

„Deutschland. Ein Wintermärchen“ ist eine Reisebeschreibung von Paris nach Hamburg, die voller sarkastischer Ironie und politischer Satire ist. Wer glaubt, Heines Wintermärchen sei trocken und langweilig, der irrt gewaltig.

Stephan Bieker, ein großer Freund und Bewunderer des Dichterfürsten, schafft es gekonnt, aus Heines Epos einen mitreissenden, vergnüglichen und einzigartigen Abend zu machen. Man kann Heine kaum emotionaler und unterhaltsamer vortragen.
Eine wunderbare Reise in die deutsche Geschichte.

Eintritt frei – gegen Spende. Anmeldung erfolderlich

Lesung
Nachbarn. Bahnhofstraße 44/46

Briefe und Schicksal zweier Familien in Wiesbaden während des 2.Weltkriegs
Termin der Lesung im Foyer des Staatstheaters wird noch bekanntgegeben. Interessierte können sich ab sofort vormerken lassen.

In einem Mehrfamilienhaus in Wiesbaden leben zwei sehr unterschiedliche Familien als Nachbarn nebeneinander. Auf der einen Seite die „arische“ Familie Moos aus bürgerlichen Verhältnissen, die lange Zeit mit Geldsorgen zu kämpfen haben. Heinrich Moos wird früh NSDAP-Mitglied, später zum überzeugten Anhänger Hitlers, und bleibt zugleich ein liebender Vater und Ehemann. Auf der anderen Seite die jüdische Familie Strauss, wohlhabende Weinhändler, denen die rechte Hälfte des Doppelhauses, die Bahnhofstraße 46 gehört.

Zwei Kinder der Familie Strauss sind 1939 emigriert, um dem Naziregime zu entgehen

Von beiden Familien ist ein umfangreicher Briefwechsel erhalten, der eine gleichzeitige Sicht zulässt auf Kriegsgeschehen und nationalsozialistische Überzeugungen einerseits und Unterdrückung, Verfolgung und Deportation andererseits. Das Haus der Familie Strauss wird 1940 von der Gestapo zum „Judenhaus“ erklärt.

Bahnhofstraße 44/46. Foto: Vero Moos
Ausgrenzung und Demütigung

Die Briefe, welche die Eltern an ihren Sohn schreiben, erzählen vom Alltag und Leben im Judenhaus und zugleich von der zunehmenden Ausgrenzung und von Demütigungen. Die Briefe des Sohnes berichten von den Lebensbedingungen der Emigranten in Bolivien. Die Tochter Käte ist über England in die USA emigriert, sie überlebt dort den Nationalsozialismus. Die Tochter Beatrice wird im November 1941 nach Minsk deportiert, die Eltern Hedwig und Sebald dann im September 1942 nach Theresienstadt. Briefe der Schwester Käte an Alfred ab 1943 geben Aufschluss über das Schicksal der Eltern nach der Deportation. Weder die Eltern noch die Schwester Beatrice überleben den Holocaust.

Der Briefwechsel der Eheleute Moos, die etwa im Alter der Kinder Strauss sind, beginnt kurz vor Kriegsausbruch und erstreckt sich bis zum Kriegsende. Heinrich Moos war 1939 zunächst ohne die Familie (aus dem Schwarzwald) nach Wiesbaden gezogen. Von April 1940 an lebte die Familie Moos gemeinsam in der Bahnhofstraße 44, bis Heinrich im Juni 1940 nach Frankreich eingezogen wurde. Ihr Briefwechsel zeigt einen überzeugten Nationalsozialisten, welcher von der Propagandamaschinerie vollkommen vereinnahmt wird und der sich immer wieder zu Hasstiraden gegen das „Judenpack“ hinreißen lässt, zugleich jedoch ein treusorgender Familienvater ist. Seine Ehefrau, aus sehr christlichem Elternhaus stammend, geht in ihren Antworten niemals auf diese Äußerungen ein, sondern berichtet über den Kriegsalltag in Wiesbaden, Versorgungsengpässe und die Sorge um die Kinder.

Übereinstimmend beschreiben die Briefe beider Familien die Sehnsucht nach den Angehörigen, verbunden mit den Ängsten, ob man sich wohl jemals wiedersehen wird.

Die Enkelin begibt sich auf die Reise in die Vergangenheit

Veronika Moos, Enkelin von Heinrich Moos, ist durch Zufall auf die umfangreiche Briefsammlung der Familie Strauss gestoßen. Straussens waren ihr aus alten Erzählungen bekannt. Das dramatische Ausmaß ihres Familienschicksals offenbarte sich erst durch die Briefe.

Veronika Moos hat die Briefe der beiden Familien eindrucksvoll gegenübergestellt und mit Bildmaterial und Informationen versehen. Somit ergibt sich ein einzigartiges Zeitdokument, das unterschiedlicher kaum sein könnte.

Briefe verschiedener Schicksale

Der erste Teil des Buches „Nachbarn. Bahnhofstraße 44/46″“ umfasst die Zeit von Januar 1939 bis Mai 1940, bei der Familie Strauss die Briefe des Sohnes Alfred aus Bolivien und die der Eltern, bei der Familie Moos die Briefe bis zum Umzug der ganzen Familie nach Wiesbaden. Der zweite Teil beginnt im Mai 1940 und endet im Dezember 1941. Bei der Familie Strauss setzt der Briefwechsel mit der Ankunft der Tochter Käte in den USA ein, bei der Familie Moos umfasst er den Militärdienst von Vater Heinrich.

Im dritten Teil wird das Schicksal der Familienmitglieder bis Kriegsende und in der Nachkriegszeit anhand einzelner Briefe ab Februar 1942 beleuchtet. Es wird die Deportation der Wiesbadener Juden behandelt, im Besonderen der Bewohner des „Judenhauses“ in der Bahnhofstraße 46. Außerdem wird auf die Rückkehr von Alfred Strauss aus der Emigration nach Wiesbaden und die Entnazifizierung von Heinrich Moos eingegangen.

»Nachbarn. Bahnhofstraße 44/46« erscheint im
im Römerweg Verlag in Wiesbaden.



ARCHIV

Jazz Matinee mit dem Two-Man-Groove Orchestra

ACHTUNG: Die Veranstaltung findet am Schillerdenkmal am Warmen Damm statt. Es herrscht die 3G-Regel. Bitte Nachweise mitbringen!!

Let‘s Groove
Sonntag, 12.9.2021, 11.00 Uhr

Wenn Roland Vanecek und Arne Moos auftreten sind gute Stimmung, viel Humor und fetzige musikalische Unterhaltung auf hohem Niveau garantiert: Die beiden Profimusiker verbinden gekonnt klassische Themen mit Blues, Jazz und Pop und schaffen verblüffende neue Interpretationen.

Eintritt frei*, Anmeldung erforderlich
*nach den Matineen geht zugunsten der Künstler der Hut rum